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Tipps für die Therapieplatzsuche in Deutschland und Österreich

Die Therapieplätze sind hart umkämpft, das Suchen erfordert Kraft und Ausdauer. Ein paar Tipps, wie Du (schneller) an einen Therapieplatz kommst und was Angebote zur Überbrückung sein können, habe ich hier zusammengestellt.

  1. Eine Liste mit allen psychotherapeutischen Praxen und Therapeut*innen in der Umgebung anfordern. Das kann zum Beispiel über die Kassenärztliche Vereinigung des jeweiligen Bundeslandes oder die zuständige Krankenkasse geschehen. (Deutschland) Alternativ können Suchforen im Internet genutzt werden (z.B. auf therapie.de, psych-info.de)
  2. Über diese Liste die in Frage kommenden Therapeut*innen kontaktieren. Dabei kann es helfen sich Hilfe von Freund*innen oder Angehörigen zu holen und sich die Arbeit aufzuteilen, vor allem wenn es Terminschwierigkeiten mit den angegebenen Sprechzeiten gibt oder man sich selbst nicht in der Lage fühlt die ganze Liste durchzutelefonieren.
  3. Von Wartezeiten nicht abschrecken lassen! Durchhalten, weitertelefonieren und sich auf jede Warteliste setzen lassen. Hartnäckig bleiben!
  4. Die Anrufe, Absagen und Wartelistenzeiten für ein mögliches Kostenerstattungsverfahren dokumentieren. Hat man eine gewisse Anzahl an Therapeut*innen kontaktiert und bei niemandem innerhalb der nächsten drei Monate Aussicht auf einen Termin, sollte die Krankenkasse die Kosten für eine private Psychotherapie übernehmen.  (Bei mir hat das damals nicht funktioniert – das Kostenerstattungsverfahren wurde nach eigenen Angaben seit 1.04.2017 auf Eis gelegt, da die Kassenärztlichen Vereinigungen jetzt verpflichtet sind folgenden Service anbieten (s. nächster Punkt) – aber don’t be shy! Just try!) (Deutschland)
  5. Service der Kassenärztlichen Vereinigungen nutzen: Bei Kontaktaufnahme sind diese verpflichtet innerhalb von vier Wochen ein Erstgespräch zu stellen. (Deutschland)
  6. Auf die Akutbehandlung, die seit dem 1.04.2017 in Kraft ist, zurückgreifen. Vor der Akutbehandlung muss der*die Patient*in eine psychotherapeutische Sprechstunde in Anspruch nehmen. Die Akutbehandlung kann 12x50min stattfinden. Danach kann eine Therapie beantragt werden.
  7. Weiterbildungsambulanzen an den Ausbildungsinstituten kontaktieren: Dort werden die Kosten häufig auch von der Krankenkasse übernommen (Deutschland) oder es gibt Studierendentarife. Es gibt auch zwielichtige Institute, die keine Kassenverträge haben. In Deutschland muss man an einem anerkannten Weiterbildungs-Institut grundsätzlich nichts zahlen, weil dort über die Kasse abgerechnet werden kann.
  8. Unter psyonline.at findet man Therapeut*innen in Ausbildung unter Supervision, die zumeist auch recht günstige Tarife anbieten. (Österreich)
  9. Das sogenannte Clearing nutzen – häufig haben Therapeut*innen eine begrenzte Anzahl an Plätzen, bei denen man gar nichts zahlen muss. Man kann sich auf eine Liste setzen lassen, hat aber kein Mitspracherecht bei der Auswahl der Therapeut*innen. Eine gute Alternative für alle, die wenig finanzielle Mittel haben. Ansonsten auch immer nach Sozialtarifen fragen. (Österreich)
  10. Alternativ sind psychiatrische Institutsambulanzen (PIA) eine Anlaufstelle. Häufig arbeiten auch dort Therapeut*innen in Ausbildung, die das Grundstudium in Psychologie bereits absolviert haben und sich nun in Ausbildung im jeweiligen Fachbereich befinden. (Deutschland)
  11. Beratungsstellen kontaktieren
  12. private Therapeut*innen kontaktieren, wenn man es sich finanziell leisten kann (die Kassenplätze sind begrenzt, Privatpatent*innen können Therapeut*innen dagegen darüber hinaus nach persönlichem Ermessen aufnehmen).
  13. Auch die meisten Studierendenwerke bieten meistens eine kostenlose, psychologische Beratung an. (Deutschland und Österreich)
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